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Neue Studie zeigt langfristige Bedeutung der Braunkohle für den deutschen Energiemix

PRESSEMITTEILUNG 5/2012 

Braunkohlentag 2012: Zahlen des IER vorgestellt

Cottbus (10.05.2012) – Braunkohle bleibt eine wichtige Säule für die Energie- und Stromversorgung in Deutschland. Das zeigen Berechnungen des Instituts für Energiewirschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart, die heute auf dem Braunkohlentag 2012 des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV) in Cottbus vorgestellt wurden. Das IER hat herausgearbeitet, dass von der Braunkohlenstromerzeugung „positive Wirkungen auf den Strompreis und damit über die volkswirtschaftlichen Verflechtungen auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung ausgehen“, da die Braunkohle niedrigere Stromgestehungskosten als andere Technologien hat und damit die Strompreisentwicklung dämpft. Insgesamt summieren sich die positiven wirtschaftlichen Effekte durch die Braunkohle bis 2030 auf ein zusätzliches Wachstum von 340 Mrd. Euro und 180.000 zusätzliche Arbeitsplätze für Deutschland. Bis zu diesem Zeitpunkt erwartet das Institut einen jährlichen Bedarf an Braunkohle von 160 bis 170 Millionen Tonnen (Mio. t). Das entspricht dem aktuellen Niveau der deutschen Braunkohlenförderung.

„Die Zahlen zeigen, dass die Braunkohle gebraucht wird – für die Stromversorgung ebenso wie für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes“, unterstrich der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Lambertz vor den 400 Teilnehmern. Er führte weiter aus: „Mit effizienten und hochflexiblen Anlagen, die die schwankende Einspeisung aus Sonne und Wind ausgleichen, tragen wir zum Gelingen der Energiewende bei.“

Moderne Braunkohlenkraftwerke sind in Bezug auf Regelbereich und Geschwindigkeit der Laständerung mit erdgasbetriebenen GuD-Anlagen vergleichbar. Diese Vorteile müssten in der Debatte über die Zukunft der Energieversorgung stärker berücksichtigt werden. Die Empfehlung des DEBRIV lautet deshalb: „Energiewirtschaftliche Stabilität durch Vielfalt“.

Kontinuierliche Modernisierung
Bedeutsam für die längerfristigen Perspektiven von Industriezweig und Energieversorgung sind die laufenden Inbetriebnahmen der Neubaukraftwerke Neurath im Rheinland mit einer Leistung von 2.200 Megawatt (MW) sowie in Boxberg (Sachsen) mit einer Leistung von 675 MW. Ein weiterer Baustein zur Zukunftssicherung ist das Vorhaben BoAplus. Das hocheffiziente und flexible Kraftwerk am Standort Niederaussem mit einer Kapazität von 1.100 MW kann 2017/18 in Betrieb gehen, wenn alle Voraussetzungen geschaffen sind. Es wird dann Altanlagen mit 1.200 MW Kapazität ersetzen.

Hinweis an die Redaktionen:
Die vollständige Studie des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwen-
dung ist im Internet als pdf-Dokument abrufbereit:
http://www.ier.uni-stuttgart.de/publikationen/online/onpub_veroeffentlichungen.html