Auswirkungen von deutschen CO₂-Vermeidungszielen im europäischen Strommarkt

Vor dem Hintergrund der im Dezember 2014 vom BMUB im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 veröffent­lichten Vorschläge, im Stromsektor einen zusätzlichen CO2-Minderungsbeitrag von 22 Mio. t bis 2020 zu erreichen, und den hieran anknüpfenden Vorgaben in der Genehmigung des Szenariorahmens für den Netzentwicklungsplan 2025 in Auftrag gegeben worden.

Die Studie kommt zusammenfassend zu folgenden Ergebnissen:

  • Die zusätzliche deutsche Emissionsminderung führt zu Verlagerungseffekten ins europäische Ausland
  • Das deutsche Stromsaldo mit dem Ausland reduziert sich, der Stromexport wandelt sich in einen steigenden Stromimport
  • Im Minderungsszenario steigt insbesondere in Belgien, Polen, Niederlande und Tschechien die Erzeugungsmenge aus Steinkohlekraftwerken
  • Die in Deutschland eingesparten CO2-Mengen werden zum Großteil im Ausland emittiert
  • Anhand der Ergebnisse lässt sich der Effekt einer einseitigen Belastung deutscher Kraftwerke im europäischen Erzeugerwettbewerb und Emissions­handel illustrieren.

Aufsatz zum Prognos-Gutachten aus Energiewirtschaftliche Tagesfragen

Die Rolle der Braunkohle in einer wettbewerbsorientierten, nachhaltigen Energiewirtschaft 
Die Prognos AG hat im Auftrag des DEBRIV ein neues Gutachten zur längerfristigen Entwicklung des Energieverbrauchs angefertigt. Das Gutachten ist im Oktober 2002 abgeschlossen worden. Die drei Nachhaltigkeitsziele:

  • Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung
  • Versorgungssicherheit
  • Schonung von Umwelt, Klima, Ressourcen

werden gleichrangig verfolgt.

Damit wird erstmals eine Studie vorgelegt, die eine Vernetzung dieser drei Nachhaltigkeitsziele vornimmt und das mögliche Bild einer zukunftsfähigen Entwicklung der Energieversorgung in Deutschland bis zum Jahr 2040 zeichnet.

Bisherige Szenarien haben meist einseitige Zielfixierungen auf eine Reduktion der Treibhausgase gelegt und dabei andere Ziele wie Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung, Versorgungssicherheit und soziale Aspekte wie die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie nicht oder nicht gleichrangig verfolgt.

Die wesentlichen Ergebnisse 
Die Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung wird durch Innovation und Marktkräfte gesteuert; Braunkohle hat einen festen Platz im Energiemix und trägt maßgeblich zur Versorgungssicherheit im Stromsektor bei.
Der Energiemix bleibt differenziert – Öl bestimmt Mobilität, Gas die Wärmeversorgung, Kohle und zunehmend Gas sowie Windkraft sind die Stromenergien.

Die Treibhausgasemissionen sinken zunächst bis 2010 deutlich, die Kyotoziele werden erreicht, der Kernenergieausstieg kann erst nach einem längeren Zeitraum kompensiert werden, 2040 liegen die Treibhausgasemissionen jedoch um 30 % niedriger als 1990.
Stromerzeugung und energieintensive Industrie bleiben langfristig am Standort Deutschland.