Unternehmen

Konventionelle, regelbare Kraftwerke sind die Backup-Struktur für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, um die Stromversorgung in Deutschland stabil und sicher zu halten. Die Braunkohleindustrie sichert – auch über die eigenen Betriebe hinaus – noch immer mehrere zehntausend Arbeitsplätze. In der Braunkohleindustrie selbst arbeiten rund 18 000 Menschen (Stand: Dezember 2021).

Die Unternehmen, die in Deutschland aus Braunkohle Strom und andere Produkte erzeugen, sind über drei Reviere verteilt:

  • die RWE Power AG im Rheinischen Revier,
  • die Lausitz Energie Bergbau AG sowie die Lausitz Energie Kraftwerke AG, die unter der gemeinsamen Marke LEAG zusammengefasst sind, im Lausitzer Revier und
  • die MIBRAG mbH sowie die ROMONTA GmbH im Mitteldeutschen Revier.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist als Projektträgerin der Braunkohlesanierung verantwortlich für die geordnete und wirtschaftliche Sanierung der stillgelegten Braunkohletagebaue und Veredlungsbetriebe der ehemaligen DDR.

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RWE

Bei RWE Power sind die Gewinnung der Braunkohle und die Stromerzeugung auf Basis von Braunkohle und Kernenergie innerhalb des RWE-Konzerns gebündelt. In der Braunkohlesparte des Unternehmens arbeiten rund 8 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand: April 2022).

RWE Power betreibt im Rheinland, dem größten Braunkohlegebiet Europas, die Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler II. In Folge des gesetzlich beschlossenen Kohleausstieges präsentierte RWE Power im März 2020 sein neues Revierkonzept für die drei Tagebaue.

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Kraftwerke

Der Kraftwerkspark der RWE Power umfasst eine installierte Bruttoleistung von insgesamt rund acht Gigawatt (Stand: Mai 2022) an den Standorten Neurath, Niederaußem und Weisweiler. Zusätzlich hält die RWE Power AG an ihren Kraftwerksstandorten Niederaußem und Neurath insgesamt drei 300-MW-Kraftwerksblöcke in der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsbereitschaft vor, die zusätzlich bis zum 31. März 2024 in die Versorgungsreserve überführt wurden.

 

Aktuelle Stromerzeugung aller RWE-Kraftwerke

Tochter- und Schwesterfirmen

Der von RWE Power erzeugte Strom wird überwiegend durch die Schwestergesellschaft RWE Supply & Trading auf dem Großhandelsmarkt verkauft. Über die Tochterfirmen RV Rheinbraun Handel und Dienstleistungen und Rheinbraun Brennstoff produziert und vertreibt RWE Power zudem verschiedene Braunkohleveredlungsprodukte.

Auf den wiedernutzbargemachten Flächen der RWE Power AG installiert die Schwestergesellschaft RWE Renewables Wind- und Solarparks.

LEAG

Die LEAG ist das größte ostdeutsche Energieunternehmen und einer der größten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber in der Lausitz und in Mitteldeutschland. An den Unternehmensstandorten in Brandenburg und Sachsen sind knapp 7 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz (Stand: April 2022).

Die Lausitz Energie Bergbau AG betreibt im Lausitzer Braunkohlerevier die Tagebaue Jänschwalde, Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde und entwickelt in den kommenden Jahren den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord zum Cottbuser Ostsee, dem größten künstlichen Gewässer in Deutschland.

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Kraftwerke

Die Verstromung der Braunkohle erfolgt in den Kraftwerken der Lausitzer Energie Kraftwerke AG an den Standorten Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Boxberg und Lippendorf. Hier sind insgesamt rund 7,3 Gigawatt Bruttoleistung installiert (Stand: Mai 2022). Daneben befinden sich am Standort Jänschwalde zwei 500-MW-Blöcke in der gesetzlich festgeschriebenen Sicherheitsbereitschaft. Die beiden Blöcke wurden zudem bis zum 31. März 2024 in die Versorgungsreserve überführt.

Veredlung

Im Veredlungsbetrieb in Schwarze Pumpe produziert die LEAG, ab 2023 als einziges deutsches Braunkohleunternehmen, zudem Braunkohlebriketts (REKORD) für Industrie, Gewerbe und private Haushalte.

Weitere Geschäftsfelder

Neben ihrem Kerngeschäft, der Braunkohlegewinnung und -verstromung, entwickelt die LEAG neue Geschäftsfelder im Bereich erneuerbare Energien, virtuelle Kraftwerke und im Dienstleistungsbereich.

MIBRAG

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) wurde 1994 als erstes Unternehmen der ostdeutschen Braunkohleindustrie privatisiert. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf den Süden von Sachsen-Anhalt und den Südraum Leipzig.

Zum Unternehmen gehören die beiden Tagebaue Profen in Sachsen/Sachsen-Anhalt und Vereinigtes Schleenhain in Sachsen sowie das Industriekraftwerk in Wählitz, das die Tagebaue versorgt. Ein Teil des erzeugten Stroms wird auch in das regionale Netz eingespeist. Das 37-MW-Kraftwerk (Bruttoleistung) beliefert mit seiner Fernwärme zudem die Stadt Hohenmölsen und weitere Orte im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Bis Dezember 2021 betrieb die MIBRAG auch das Kraftwerk Deuben.

Mit gut 1 300 Beschäftigten (Stand: April 2022) bleibt die MIBRAG weiterhin ein wichtiger, regionaler Arbeitgeber.

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Kraftwerksversorgung

Die Tagebaue der MIBRAG versorgen hauptsächlich die modernen Kraftwerke Lippendorf (Betreiber: LEAG & EnBW) in Sachsen und Schkopau (Eigentümer: Saale Energie GmbH) in Sachsen-Anhalt. Daneben werden auch Industriebetriebe in Chemnitz und Zeitz beliefert.

Tochtergesellschaften

Mit ihrer Tochtergesellschaft MIBRAG Neue Energie GmbH investiert die MIBRAG in Windenergieprojekte. Die GALA-MIBRAG-Service GmbH kümmert sich um die Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung der vom Bergbau beanspruchten Flächen und betreibt in diesem Rahmen Landschaftsbau sowie Landschaftspflege.

ROMONTA

Mit der Extraktion von Montanwachs aus Braunkohle betreibt die ROMONTA GmbH am Standort Amsdorf in Sachsen-Anhalt eine stoffliche Nutzung der Braunkohle im Sinne der Herstellung von Basischemikalien für die chemische Industrie und andere Industriezweige.

Neben dem Kerngeschäft, der Produktion von Montanwachs, entwickelt ROMONTA eigene Produktlinien zur maßgeschneiderten Anwendung von Montanwachsmodifikaten, insbesondere für spezielle Einsatzzwecke im Feinguss, in der Hydrophobierung von Gipskartonplatten oder Holzwerkstoffen sowie in der Asphaltindustrie. Das Unternehmen ist der weltgrößte Erzeuger von Rohmontanwachs. 2022 feiert ROMONTA ihr 100-jähriges Jubiläum.

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Standortpolitik

ROMONTA betreibt zur wirtschaftlichen Nachnutzung rekultivierter Bergbauflächen eine aktive Standortpolitik. In diesem Zusammenhang spielt neben der Ansiedlung kleiner und mittelständischer Betriebe die Integration erneuerbarer Energien eine zunehmende Rolle. So betreiben verschiedene Partner auf diesen Flächen heute einen Windpark, einen Solarpark und eine Biogasanlage.

Helmstedter-Revier-GmbH

Die Helmstedter Revier GmbH (HSR) ist eine hundertprozentige Tochter der MIBRAG.

Die Kohlegewinnung im Helmstedter Revier in Niedersachsen lief im Herbst 2016 aus. Das Kraftwerk Buschhaus, das sich seit dem 1. Oktober 2016 in Sicherheitsbereitschaft befand, ging 2020 endgültig vom Netz.

Das Unternehmen arbeitet an der Wiedernutzbarmachung der ehemaligen Tagebauareale Schöningen, Helmstedt/Wulfersdorf, Alt-Wulfersdorf, Alversdorf, Anna, Treue und Trendelbusch. Zur Entwicklung des Standortes gründete sich der Revierrat, in dem das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Landkreisen und Gemeinden sowie den zuständigen Behörden an der Neustrukturierung der Region arbeitet.

LMBV

Seit 1994 ist die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Projektträgerin der ostdeutschen Braunkohlesanierung.

Die LMBV saniert die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlebergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands sowie des Kali-, Spat- und Erzbergbaus in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die LMBV übernahm die Verantwortung für 31 Tagebaue mit 207 Restlöchern und 43 Veredlungsstandorten in der Lausitz und in Mitteldeutschland. Die Gesamtfläche der nicht weiter zu betreibenden, sondern zu sanierenden Areale und Anlagen des Braunkohlebergbaus betrug über 1 000 Quadratkilometer.

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Sanierungsbergbau

Nach der Außerbetriebnahme der letzten Produktionsstätte Ende 1999, liegt der Schwerpunkt der LMBV-Aktivitäten im Sanierungsbergbau, das heißt zunächst in der Wiedernutzbarmachung und späteren Verwertung der vom Braunkohlebergbau in Anspruch genommenen Flächen. Damit werden zugleich Voraussetzungen zum umfassenden Umstrukturieren und Gesunden der ehemaligen Bergbauregionen geschaffen.

Finanzierung

Die finanzielle Grundlage für die Braunkohlesanierung bilden die Verwaltungsabkommen (VA) zur Braunkohlesanierung zwischen dem Bund und den Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die VA gelten jeweils für eine Dauer von fünf Jahren. Das aktuell laufende VA VI wurde 2017 für den Zeitraum 2018–2022 unterzeichnet.

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